19.03.2011, Die Glocke

Wenn der Mops zum Ballon wird

Benefizkonzert in der Orangerie

Vom Mozart-Kanon bis zum Lied über den Frosch, der bei der Oper wohnt, reicht das Programm, mit dem sich der Knabenchor Gütersloh in der Orangerie am Schloss Rheda Gehör verschafft. Das Benefizkonzert beginnt am Sonntag, 3. April, um 16 Uhr.
Begeistert seien sie und ihr Mann von der Chorarbeit, erklärte Marissa Prinzessin zu Bentheim-Tecklenburg, warum sie den jungen Sängern dieses Forum bieten. Der komplette Konzerterlös kommt der Chorgemeinschaft zugute. "Die Entwicklung der Stimme steht im Vordergrund", nennt Sigmund Bothmann, künstlerischer Leiter, die Zielsetzung. Zum pädagogischen Anspruch gehöre es auch, die Jungen durchaus mit anspruchsvoller Literatur zu versorgen. So stimmen die Jungen am 3. April unter anderem die drei Liebeslieder-Kanons "Lacrimoso", "Nascoso" und "Caro bel idol" von Wolfgang Amadeus Mozart an. "Da habe ich schon viele Schweißperlen vergossen", verrät Bothmann über die Einübung dieser schwierigen Kanons.
Seit der Gründung vor vier Jahren ist der in vier Gruppen aufgeteilte Chor auf 75 Jungen gewachsen. Zwischen 6 und 13 Jahren alt sind die jungen Sänger. Marissa Prinzessin zu Bentheim-Tecklenburg begrüßt die verschiedenen Hintergründe und Konfessionen in der Gemeinschaft, der auch ihr Sohn angehört. Die musikalische Förderung sei im späteren Leben auch für andere Bereiche wichtig, findet sie.
Seit Januar wird für das Konzert in der Orangerie geübt. Motetten von Felix Mendelssohn-Bartholdy, deutsche Volkslieder wie "Am Brunnen vor dem Tore" und Szenen aus der "Zauberflöte" haben die Sänger einstudiert." Die Jungs müssen heftig arbeiten", informiert Bothmann darüber, dass zweimal pro Woche eineinhalb Stunden geprobt wird. Hinzu kommt wöchentlich eine Dreiviertelstunde Gesangsunterricht. Es gibt einen Fahrdienst, denn nicht immer können die Eltern zur Stelle sein. Der Einzugsbereich des Chors reicht bis Bielefeld und Harsewinkel.
Ohne Fleiß und Disziplin geht es nicht, wenn man Gioacchino Rossinis geistliche Lieder "La fede" und "La caritá" meistern will, die auch in der Orangerie dargeboten werden. "Das ist sehr opernhaft und stimmlich wahnsinnig schwer, ständig hohe Töne zu singen", beschreibt Bothmann die Herausforderung. Lustig klingt das Konzert mit Liedern von Erich Ferstl aus. Die handeln nicht nur vom besagten Frosch, sondern auch vom Mops, der soviel nascht, dass er zum Luftballon wird.