09.02.2011, Die Glocke

Solisten des Knabenchors im Rampenlicht

Extravorsellung von Mozarts "Zauberflöte"

"Eine wunderschöne Zauberflöte mit jungen Stimmen, die mit ihrer scheinbaren Unbekümmertheit genau den Ton treffen." So urteilte ein Kritiker über die Neuinszenierung der Mozartoper, die Hinrich Horstkotte 2009 für das Landestheater Detmold schuf. Eine Mischung aus spannendem Märchen und leicht zugänglichem Singspiel. Mittendrin: drei Solisten des Knabenchors Gütersloh.
Damit dieses Szenarium auch heimischen Fans zugute kommt, wird die Oper am Montag, 28.März, als zusätzliche Vorstellung im Gütersloher Theater zu sehen sein. Ab sofort gibt es Karten.
Möglich machen das zwei großzügige Mitglieder des Knabenchor-Trägervereins, die nicht genannt sein wollen, wie Sprecher Dr. Hans-Werner Addicks und Schatzmeister Dr. Walter Dieckhoff gestern erklärten. Durch die Spende gibt es nicht nur Karten zum obligatorischen Musiktheater-Preis von 32/23 Euro, sondern auch 80 Tickets für 5 Euro. Die allerdings sind für Gruppen (ab zehn Personen) reserviert. Damit soll vor allem (Grund-)Schülern die Möglichkeit gegeben werden, einmal "Die Zauberflöte" zu erleben.
15 Aufführungen hat es bislang in Detmold gegeben. In den meisten Vorstellungen wurden die drei Knaben, die den Prinzen Tamino durch Sarastros Reich führen, von Jannis Maaskerstingjost (11, Sopran, Evangelisch-Stiftisches Gymnasium), Simon Borkowski (12, Sopran, Waldorfschule) und Carl-Luis Lange (13, Alt, Evangelisch-Stiftisches Gymnasium) dargestellt. Diese Erstbesetzung soll auch am 28. März in Gütersloh zu hören sein.
Dabei ist der Knabenchor mittlerweile gut genug bestückt, um auch eine Zweit- und Drittbesetzung parat zu halten - für alle Fälle. An der vierten wird gerade gearbeitet. Auch, wie der künstlerische Leiter Sigmund Bothmann betonte, damit man mögliche Anfragen anderer Theater und weitere auswärtige Aufführungen bestücken könne.
Drei bis vier Jahre benötigen die Jungen, bis sie stimmlich so gut sind, dass sie den professionellen Ansprüchen solch einer Bühneninszenierung gerecht werden. Das kostet viel Disziplin und Arbeit. Dabei werden sie aufmerksam betreut von ihrem Chorleiter Christian J. Bonath und auch dem Direktor der Landesmusikakademie NRW, Heek, Ernst Leopold Schmid. Und was ist mit denjenigen, die als Doppelbesetzung nicht zum Zug kommen? "Auch Kinder müssen lernen zu warten", hieß es gestern.
Doris Pieper