02.12.2010, Neue Westfälische

Stiftung unterstützt Knabenchor

Kirchenmusikdirektor Sigmund Bothmann verhandelt mit Grundschulen über Aufbau einer Musikklasse

Kirchenmusikdirektor Sigmund Bothmann gilt als umtriebiger Mann. Gerade ist die Produktion der neuen CD des Knabenchors beendet, gerade hat er seine jährliche Tour durch die Grundschulen absolviert, um Nachwuchs zu rekrutieren, da bastelt er an einer neuen Idee: Die Gründung einer Musikklasse, bestehend aus dem Gesang zugeneigten Jungen. Eine möglichst nah am Haus der Kirche gelegene Schule wird noch gesucht.
Ohne Förderer wäre der Knabenchor nicht denkbar. Zu ihnen gehört auch die Familie-Osthushenrich-Stiftung. In deren Namen übergab Vorstandsvorsitzender Werner Gehring eine namhafte Spende in Höhe von 20.000 Euro. Gehring, ebenfalls mit einer "bemerkenswerten Stimme" gesegnet (Bothmann) möchte damit der stimmlichen Ausbildung, die seiner Meinung nach heute gerade an den Grundschulen zu kurz kommt, fördern.
Für den Knabenchor kommt die Spende nicht ungelegen. Die Produktion der CD mit dem Titel "So ein Struwwelpeter" (Tilo Medek) an mehreren Wochenenden sei nicht nur aufwändig und für die Jungen, da ein anspruchsvolles, mit vielen großen Solopartien versehenes Werk, anstrengend, sondern auch kostspielig gewesen. Eine finanzielle Förderung sei daher ausgesprochen willkommen. Die CD wird laut Bothmann am 10. Dezember erscheinen, zwei Tage vor dem Adventskonzert in der Martin-Luther-Kirche.
Bei dem 2007 gegründeten Knabenchor wird Bothmann es in Zukunft nicht belassen. Er verhandelt mit den Behörden derzeit über die Einrichtung einer Jungenklasse an einer Grundschule. Welche, steht laut Bothmann noch nicht fest. Voraussetzung ist, dass Interesse am Aufbau eines besonderen Schwerpunktes, eben die Fördeerung deer Sing- und Chorkultur besteht, und dass parallel ein Angebot für die Mädchen geschaffen wird.
Geboren wurde die Idee aus der Erkenntnis, dass es immer schwieriger sein wird, begabte Kinder für den Knabenchor zu finden. Chorleiter Christian J. Bonath: "Der Offene Ganztagsbetrieb bindet soviel Zeit und Energie, dass kaum noch Spielraum für die wöchentlichen Proben und den Einzelunterricht bleibt." Bothmann und Bonath sind optimistisch, dass eine Genehmigung erteilt wird. Gerade weil sich die Meinung durchgesetzt habe, dass Jungen in einem bestimmten Alter eine besondere, von den Mädchen unabhängige Förderung brauchten. Also ein ebenso zukunftsträchtiges wie ehrgeiziges Projekt. Bothmann weiß, dass das mit dem derzeitigen Mitarbeiterstammm nicht zu bewältigen sein wird.